PVC Stiefel werden nur selten in kleinen Mengen produziert,
da der Aufwand an Arbeit und Energie eine Gewisse Stückzahl verlangen. Diese
Stiefel werden aus besonderem PVC granulat gefertigt, dass bestimmten Normen und
gesetzlichen Bestimmungen entsprechen muß.
Einleitend wollen wir Ihnen hier kurz darstellen, wie PVC-Stiefel
gefertigt werden, damit Sie einen kleinen Einblick erhalten.
- PVC-Stiefel sind wie der Name bereits sagt aus
Polyvinylchlorid gefertigt. Seit einiger Zeit dürfen zum färben der Stiefel
keine Schwermetalloxide verwendet werden, da diese gesundheitschädlich auf den
Menschen wirken. Die Herstellung erfolgt über eine Zylinder-Spritzgußmaschine
die meist 24 Formen fasst. Vor Inbetriebnahme müssen die entsprechenden Formen
gereinigt werden. Die Maschine hat eine Aufwärmzeit von ca. 4-8 Stunden. In
dieser Zeit kann mit der Maschine nicht gearbeitet werden. Oben in der Mitte
der Maschine wird das Granulat eingefüllt. Es besteht aus gesäubertem
Polyvinylchlorid und verschieden Weichmachern (Damals Thalate
(gesundheitsschädlich), Zitronensäure erfüllt den gleichen Zweck, manchmal
wird auch Schwefel benutzt). Genau abgewogen und dosiert wird das Granulat
weitergeleitet und erwärmt bis es flüssig ist und dann mit Druck in die Form
gepresst. Meist an verschieden Orten der Form gleichzeitig. Wird dis nicht
sorgfältig gemacht, so kann man dies an halbrunden Einkerbungen im Material
erkennen. Im noch heißen Zustand werden die Schäfte dann aus der Form geholt
und auf lange Haken zum abkühlen aufgehängt. Gleiches geschieht mit der Sohle,
nur mit dem Unterschied, dass hier ein anderes Granulat verwendet wird, das
robuster ist. Schaft und Sohle werden dann verklebt und der Schaft in Form
geschnitten. Das ist Verfahren verwendet man bei Gummistiefeln ohne Futter.
- Gummistiefel sind aus dem Naturstoff Latex hergestellt,
den man aus den sogenannten Hevea Baum auch Kautschuk- oder Parakautschukbaum
genannt gewinnt. Der Rohkautschuk, eine weiß-gelbliche Masse wird beim
Hersteller in eine Art rießige Mischmaschine geworfen und geknetet. Während
des Knetvorganges werden dem Rohmaterial dann gewisse Stoffe zur
Weiterverarbeitung beigemengt, wie z.B. Farbpigmente, Stabilistatoren,
Schwefel und ander Substanzen, die Geheim sind und von hersteller zu
Hersteller anders sind. Nach der Durchmischung wird dieser gewalzt, bis eine
einheitliche glatte Fläche entsteht (manche Hersteller narbén den Gummi,
andere machen ihn glatt). Die nun langen dünnen Gummiplanen weren aufeinander
gelegt. Heute werden die einzelnen Teile mit einem starken Wasserstrahl aus
dem Material geschnitten, damals oder traditionell werden aus den einzelnen
Platten die Formen ausgestanzt (Le Chameau), dies gibt schönere und glattere
Schnittkanten ohne Fehler. Der Aufwand ist aber um einiges höher. Nach dem
schneiden/stanzen werden die ca. 50-100 Gummi-Einzelteile auf eine
Aluminiumform oder Holzform (Le Chameau) umklebt und sorgfältig gearbeitet.
Mit einem Rädchen werden die überlappenden Teile dann aneinader gedrückt. Nach
dieser Prozedur wird der Stiefel dann in einem Vakuumofen bei ca. 60°C
vulkanisiert. Dabei verändern sich die zusammengeklebten Stellen und verwachen
sprichwörtlich zu einem Stück. Je nach späterem Aussehen wird der Stiefel in
ein Lackbad getaucht und getrocknet. Dadurch erhält dann seinen dauerhaften
glanz (Nokian Kontio).